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Der Weg in die 4. industrielle Revolution

Der Weg in die 4. industrielle Revolution

„Was ist die 4. industrielle Revolution und was bedeutet sie für mich ganz persönlich?“

In einem Konferenzsaal der Sparkasse Ulm stellten sich Redner aus Forschung, Bildung und Wirtschaft genau dieser Frage. Überrascht stellte ich fest, wer dort seinen Weg ins schwäbische Ulm fand. Neben Achim Nestle, dem Vorstandsassistenten der Uzin Utz AG saßen dort nämlich auch der Philosoph Dr. Klaus-Jürgen Grün und Christian Binder von Microsoft. Eine interessante Mischung, dachte ich mir und harrte gespannt der Gedanken, dir dort präsentiert werden sollten. Eins vorweg: die investierten 4 Stunden haben sich mehr als gelohnt. Warum, das lesen Sie in den nächsten Zeilen, in denen ich die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse kurz für Sie zusammenfasse.

 

Augmented/mixed Reality und virtuelle Realität werden unser Leben verändern

Und zwar in ähnlichem Ausmaß, wie es der Computer seinerzeit getan hat. Christian Binder gab in seinem Vortrag intime Einblicke in die Welt der HoloLens von Microsoft: einer Brille, die digitale Information in die reale Welt integriert. So kann sich der Träger der Brille z.B. den Weg zu seinem Ziel durch Symbole auf dem Boden anzeigen lassen oder Kundenbewertungen ansehen, während er vor einem Restaurant steht und sich überlegt, wie das Essen dort wohl schmeckt.
Zugegeben, das sind sehr einfache Beispiele und für den Endverbraucher eine Spielerei. Für die Industrie wird das dramatische Folgen haben. In der folgenden Diskussionsrunde wurden mögliche, sehr wahrscheinliche Auswirkungen dargelegt, u.a werde dieser Entwicklung viele Jobs zum Opfer fallen.
Das macht Sinn. Wenn ich Möbel digital direkt in mein Wohnzimmer stellen und entscheiden kann, ob sie mir gefallen, wofür brauche ich dann noch den Verkaufsberater im Möbelhaus? Wenn ich meine Kollegen aus aller Welt in einen digitalen Konferenzraum einladen kann und sie körperlich „quasi“ anwesend sind, muss ich sie nicht einfliegen und auch nicht bewirten. Sie müssen kein Hotel buchen und kein Taxi in die Firma nehmen.
Freilich werden neue Jobs dadurch geschaffen. Eben in allen Bereichen, die mit VR zu tun haben. Damit setzt sich ein bereits bestehender Trend in Deutschland fort. Dienstleister und das produzierende Gewerbe geraten weiter unter Druck, Spezialisten im Technologiesektor haben Aufwind.

 

Mixed Reality ist das neue „Big Thing“

Es wird kaum eine Industrie geben, die davon nicht betroffen sein wird. Der Dozent wird mit seinen Medizinstudenten durch das menschliche Herz laufen und der Ingenieur einen neuen Motor vor sich sehen, während er ihn entwickelt. Innenarchitekten zeigen ihren Kunden vor Ort, wie das neue Sofa im Wohnzimmer aussehen wird und passen es ggf. direkt den Wünschen an.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm und beherbergen ein großes Potential im Positionierungswettkampf der Unternehmen.

 

Leitung verändert sich

Das ist nichts Neues. Wir alle merken es (auch, wenn einige sich dagegen wehren). Herr Binder zeigt, wie sich Leitung bei Microsoft verändert hat. Als er 1999 bei Microsoft anfing, war kontrollfokussierte Führung das Maß. Man dachte, größtmögliche Kontrolle der Mitarbeiter und Prozesse generierte auch größtmöglichen Erfolg. Dem war nicht so. Heute lässt man den einzelnen Teams ein Höchstmaß an Autonomie, macht also genau das Gegenteil. Eine höhere Motivation, das persönliche Glücksempfinden und messbar bessere Ergebnisse sprechen für sich.

 

Zukunftsmärkte

Für deutsche Unternehmen liegen die Märkte der Zukunft außerhalb Europas. Grund: die Bevölkerungsentwicklung in Europa ist rückläufig. Aufstrebende Märkte finden sich z.B. in Asien.

 

Wer sich die HoloLens näher anschauen möchte, kann das HIER tun.