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4 einfache Wege wie Sie Young Professionals für Ihr Unternehmen begeistern

4 einfache Wege wie Sie Young Professionals für Ihr Unternehmen begeistern

Sie schreiben eine Stelle aus und sind gespannt auf die zahlreichen Bewerbungen von Menschen, die Ihr Unternehmen mit ihren Fähigkeiten und Talenten verstärken wollen. Eine Woche vergeht. Dann zwei. Die Flut….bleibt aus.

Wenn Sie diese Situation schon erlebt haben, geht es Ihnen wie einigen Geschäftsführern und Personalleitern, mit denen ich zusammenarbeite oder befreundet bin. Auch im Vertrieb werden mehr gute Leute gesucht, als gefunden. Über die Gründe sollen sich andere schlaue Köpfe Gedanken machen. Ich möchte mich in diesem Artikel mit Möglichkeiten beschäftigen. Mit Wegen, Ihr Unternehmen attraktiver für die „guten Leute“ zu machen. Obwohl wir zwar hauptsächlich vom Vertrieb sprechen, können Sie viele dieser Maßnahmen (leicht abgewandelt) auch in anderen Abteilungen übernehmen. Alle Maßnahmen, die ich hier anspreche, kenne ich aus der Praxis. Ich habe erlebt, welche durchschlagende Wirkung Sie haben können. Wenn Sie nur eines dieser Dinge umsetzen, werden zwei Dinge passieren:

Die Mitarbeiter, die Sie bereits für Ihr Unternehmen gewonnen haben, werden motivierter und glücklicher. Und: die Chance, dass sich eine Fachkraft im Zweifel für Ihr Unternehmen entscheidet, erhöht sich.

Zuerst vollziehen wir eine Standortbestimmung. Wie ist die Situation in Deutschland?
Die Realität ist, dass ein guter Sales Professional meist Angebote von mehreren Unternehmen auf dem Schreibtisch hat. Sicher gilt der erste Blick dem Gehalt. Sobald die niedrigsten Angebote aussortiert sind, kommen aber schnell andere Faktoren ins Spiel. Die Unternehmen stehen nicht nur in einem materiellen Wettstreit, sondern auch in einem Ideellen. In dieser hoch dynamischen Wettkampfsituation sind Details oft ausschlaggebend. Schaffen wir es, diese Details in das eigene Unternehmen zu integrieren und nach außen zu kommunizieren, sichern wir uns von vorn herein die Aufmerksamkeit des neuen Mitarbeiters.

 

 

1. Ihr Unternehmen ist nur so gesund wie Ihre Mitarbeiter

Burn-Out und Zivilisationskrankheiten nehmen immer noch zu. Wir befinden uns aktuell in einer Phase, die von einem starken Gesundheitsbewusstsein geprägt ist. Die hohe Zahl an Mitgliedschaften in Fitness-Studios, der Bio-Trend und der explosionsartige Anstieg von Läufern sind nur ein paar Anzeichen dafür. Da der Mensch den größten Teil seiner Zeit am Arbeitsplatz verbringt, möchte er wissen, wie Gesundheit und Job sich in Einklang bringen lassen.
Im Vertrieb trainieren wir hauptsächlich unsere Denk- und Sprachmuskulatur. Ergo gehören Übergewicht und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats zu den häufigsten Problemen.
Ziehen Sie Vorteile aus diesem Gesundheitstrend! Ein betriebliches Gesundheitsmanagement sendet eine klare Botschaft an den Bewerber:

In unserem Unternehmen ist uns die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig.

Wow! Das hat der Bewerber vielleicht schon von einem Konzern gehört. Aber von einem mittelständischen Unternehmen?
Natürlich wurde uns allen schon einmal gesagt, Fitness und Gesundheit seien Privatsache. Vermutlich auch Ihrem Bewerber. Um so mehr wird er es zu schätzen wissen, dass Sie ihm bei einem dermaßen wichtigen Thema entgegen kommen. Davon abgesehen wird Gesundheit schnell zur geschäftlichen Angelegenheit: nämlich dann, wenn Ihr Mitarbeiter wegen hoher Krankentage oder Reha-Maßnahmen über Tage und Wochen ausfällt. Sehen Sie die Maßnahme also als eine Investition in Ihr Unternehmen.

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement ist mit der richtigen Strategie auch für mittelständische und kleine Unternehmen gut umsetzbar. Als Betrieblicher Gesundheitsmanager habe ich für diese Unternehmen ein Konzept entwickelt und mit Erfolg umgesetzt. Dabei habe ich festgestellt, dass kleinere Unternehmen ein solches Projekt oft unkomplizierter und im Verhältnis günstiger implementieren können, als Konzerne, die manchmal ganze Fitness-Studios auf Ihrem Gelände einrichten müssen. Was also können Sie konkret tun?

Beteiligen Sie sich an den Kosten für Fitness- und Sportclubs. Organisieren Sie eine Sportgruppe und einen festen Sporttag. Sorgen Sie für eine Schale mit frischem Obst. Sie wird bald beliebter sein als Schokolade und Knabbereien (vor allem, weil das Obst kostenlos ist). Organisieren Sie einen Salattag.

Dies ist nur eine Auswahl der Möglichkeiten, die mit einem kleinen Budget gestartet werden können und schnell Wirkung zeigen.

 

 

2. Finden Sie Zeit zum Feiern

Auch, wenn Ihre Mitarbeiter mich für eine solche Empfehlung feiern würden: es geht hier nicht darum, blau zur Arbeit zu kommen!
Ihre Mitarbeiter hängen sich in der Regel engagiert in ihre Arbeit. Auch, wenn sich die Sicht der Geschäftsführung da manchmal unterscheidet; der Mitarbeiter empfindet das in aller Regel so. Nehmen Sie das unbedingt ernst. Auch, wenn Sie Verbesserungspotential sehen!
Drücken Sie Ihre Dankbarkeit mit einer kleinen Feier aus. Es muss nicht immer ausschweifend, teuer und durchorganisiert sein. Oft lässt sich schon mit wenig Geld und Aufwand ein Abend schaffen, an dem alle ihren Spaß haben.

Ich persönlich empfehle 2 Feste pro Jahr: ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier. Je nach Geschmack können Sie diese Zahl natürlich gerne nach oben korrigieren; übertreiben sollten Sie es allerdings nicht. Sonst fällt die Produktivität bald tatsächlich!
Ein Sommerfest ist vergleichsweise einfach und günstig auf die Beine zu stellen. Spendieren Sie der Veranstaltung ein paar Kästen Getränke (Bier ist okay, kein harter Alkohol), einen Grill und Grillgut. Biertischgarnituren kann man manchmal im Getränkemarkt Ihres Vertrauens kostenlos ausleihen, wenn man die bereits erwähnten Getränke dort einkauft. Vielleicht wagen Sie auch einfach das Investment in ein paar Tische und Bänke. Sollte es aus irgendeinem Grund völlig schief gehen, können Sie sie wieder verkaufen. Eine Rendite werfen solche Anlagen zwar nicht ab, der Werterhalt ist aber erstaunlich gut.
Achten Sie darauf, dass die Mitarbeiter nicht nur zum konsumieren kommen, sondern sich am Essen beteiligen. So entsteht ein Austausch, Gespräche kommen einfacher in Gang, insgesamt wird die Veranstaltung entspannter und lockerer. Mit folgendem Model habe ich gute Erfahrungen gemacht:
Die Firma stellt Getränke und Fleisch, die Mitarbeiter bringen den Rest mit: Knoblauchbrot, Dips, Salate, Grillgemüse. Sie werden überrascht sein, wie kreativ manch ein Mitarbeiter dabei ist.

Die Weihnachtsfeier hat sich in den meisten Betrieben etabliert. Als Jahresabschluss bietet sie eine gute Plattform, um auf das Jahr zurückzuschauen und sich gemeinsam auf die Feiertage vorzubereiten. Da diese Feier oft ausgedehnter gefeiert wird und finanziell das Sommerfest deutlich übertrumpft, spricht nichts dagegen, die Größe an die Jahresperformance der Firma zu koppeln. Hatte die Firma (dank dem großartigen Einsatz Ihrer Mitarbeiter!) ein gutes Jahr, fällt die Weihnachtsfeier auch aufwendiger aus. Nach einem mageren Jahr wird sie vielleicht in der Firma gefeiert: mit Essen vom Lieblings-Italiener. Feiern sollten Sie sie aber auf jeden Fall! Es ist eine tolle Maßnahme, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und sie am Erfolg zu beteiligen.

 

 

3. Ehren Sie die Besten

Ihr Vertrieb steht und fällt mit der Motivation, die durch ihn hindurch strömt. Das haben Sie alles schon gehört, nicht wahr? Deshalb spare ich mir weitere Ausschweifungen zu dem Thema.
Es ist wichtig, diese Motivation  zu nähren und zu stärken. Nichts ist dabei so effektiv wie ein Belohnungssystem. Im Vertrieb ist das durchaus Standard, Sie können das aber auch für andere Abteilungen einführen. Wichtig ist einfach, dass Sie die erreichten Ziele öffentlich, z.B. an der Weihnachtsfeier oder auch einfach im nächsten Team Meeting, mit ein paar lobenden Worten belohnen. Für Ihren stärksten Vertriebler können Sie auch einmal in ein Video investieren, in dem eine Auswahl Ihrer Kunden ein paar nette Worte über den Mitarbeiter verliert. Für den Champion bedeutet diese Wertschätzung die Welt. Und stellen Sie sich vor, was der Rest des Teams denken wird. Es wird sich denken: Das will ich auch.

Ein befreundeter Unternehmer hat auf seiner Weihnachtsfeier z.B. Videos von zufriedenen Kunden gezeigt, die er interviewt hat. Sie sprachen darüber, welche Freude sie an den Produkten haben und verloren ein paar nette Worte an die Belegschaft. Eine großartige Idee.

 

4. Fördern Sie Gemeinschaft

Indem Sie aktiv Gemeinschaft in der Firma fördern, binden Sie die Mitarbeiter. Der Lohn entscheidet am Ende nicht allein, ob ein Talent bleibt oder geht. Es sind die Menschen und die Stimmung innerhalb der Firma, die den Unterschied machen.
Richten Sie einen Gemeinschaftsraum ein und statten Sie ihn mit Sofas, einem Tisch mit Stühlen und einem Tischkicker oder Ähnlichem aus. Schaffen Sie Raum, in dem sich Ihre Mitarbeiter begegnen und besser kennenlernen können. Sie werden davon begeistert sein.

 

Vielleicht erscheint Ihnen die ein oder andere Maßnahme trivial; vielleicht schütteln Sie sogar ungläubig den Kopf. Ich verstehe, dass einige der Maßnahmen den Veteranen unter Ihnen nur ein müdes Lächeln abringen. So sei es. Denken Sie daran, dass junge Talente heute in einer unvergleichlichen Art und Weise umworben werden. Andere Unternehmen gehen diese Schritte bereits. Sie holen sich diese jungen Talente und schrecken auch nicht davor zurück, einen Headhunter auf sie anzusetzen, welcher gerne auch direkt in Ihrer Firma anruft, um Ihren Mitarbeiter  mit eben jenen Angeboten abzuwerben.

Wollen Sie neue Talente in der Firma, die auch bleiben? Sind Sie bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen? Das sollten Sie. Vielleicht hängt der Fortbestand Ihres Unternehmens davon ab. Als 84er Spross kenne ich meine Generation sehr gut. Ich habe sehr viele Gespräche darüber geführt um herauszufinden, welche Hebel man in Bewegung setzen muss. Die Effekte, die ich beobachten durfte, haben mich überzeugt. 4 dieser Hebel habe ich Ihnen präsentiert. Ich hoffe, Sie führen für Sie zum gewünschten Ergebnis.

Maximalen Erfolg wünscht…

 

Albert Schmidt